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Erster Eintrag: Kürzlich fand ich beim Stöbern im Pergamentarium meiner Altvorderen ein abgegriffenes Gesangsbuch im Ledereinband für Tenorstimmen. Obwohl ich, so meine audioexhibitiösen Beiträge belegen, ein zartes Soprankehlchen vorzuweisen habe und somit das Büchlein a priori nicht für mich bestimmt sein kann, unterzog ich die literarischen Skripte einer gründlichen Visitation. Mit Hilfe der Radiokarbonmethode konnte ich den Ursprung des Werkes auf die vorletzte Jahrhundertwende datieren. Die Seiten sind leicht vergilbt und weisen Verfärbungen auf, die darauf schließen lassen, dass sein Besitzer den Beruf eines Abdeckers ausübte. AMES-Test: negativ. Es fehlen die Seiten 127-144, obwohl sich diese aufgrund der Papierstruktur nicht zum Verwischen einer ernährungsphysiologisch bedingten notdürftigen Tat geeignet haben sollten (Diesbezüglich werde ich die Verfärbungen nochmals genauer untersuchen und einen Abstrich ans hiesige bakteriologische Institut schicken). Der Eigengeruch des Einbandes weckte in mir Erinnerungen an den abgestandenen Odem eines Kettenraucherateliers, wer in den 60igern mal mit der Bahn unterwegs war, weiß, was ich meine. Bezüglich des Inhaltes: Vorwiegend romantische Liedertexte und Volksweisen sowie einige persönliche Passagen eines gewissen Herrmann Große (Namen geändert, Anm. d. Red.), wohl selbst mir schon beim ersten Durchblättern die Idee kam, die Texte für meine Songs zu entfremden und die lieblichen Wortweisen mit schnödem Maschinengetatter zu untermalen. Ich persönlich halte dies für eine vorzügliche Tat, denn auf diese weise wird altes Textgut auch für klassisch ungeübtere Semester beherrschbar. Be patient! More is coming soon.
Influenced by: De/Vision, Enya, Enigma, Erasure, Camouflage, And One, Depeche Mode, Schiller, Wolfsheim, Vangelis